Schule Singen




Feuertaufe für TG-Frischling - Die Klassenfahrt nach Sautens / Österreich
Dass die neuen Klassen des Technischen Gymnasiums gleich zu Beginn des Schuljahres auf große Fahrt gehen, ist nicht Neues. Nach diversen Segelturns in Holland, Fahrradtouren und Kanufahrten um und auf dem Bodensee ging es nun schon zum zweiten Mal mit allen vier Klassen ins Ötztal nach Österreich. Die Neuen sollen hierbei Gelegenheit bekommen, sich und einen Teil ihrer Lehrer zu "beschnuppern" und die gemeinsamen Aktivitäten in der Natur sollen den Grundstein für ein möglichst vernünftiges Miteinander auf dem Weg zum Abitur legen.
Nach einer angenehm kurzen Anreise erlebten wir erst einmal eine Überraschung. Statt, wie abgesprochen, in zwei Hotels untergebracht zu sein, hatte man uns auf vier Häuser verteilt. Nun ja, ideal war das nicht aber es muss je einen Punkt geben, der nächstes Jahr besser werden darf.
Klasse dagegen war die Auftaktveranstaltung, auf die Beine gestellt von unseren Partnern vor Ort, der Ötztaler Bergwacht und der Firma Cankick aus Sautens. Hungrige Mäuler konnten sich an frischem Bergbauernbrot aus dem Holzofen und reichlich Grillfleisch laben. Wohl dem, der da kein Vegetarier war. Das war aber längst nicht alles. Die Klassen haben Bergrettungsaktionen simuliert, sich an einer Flying-Fox Rutsche versucht und schon am ersten Tag gewaltig mit dem inneren Schweinehund ringen müssen, als es, an einem Seil hängend, 80 Meter in die Tiefe gehen sollte. Das alles war aber nur der Anfang, die Aufwärmrunde für das, was kommen sollte - und in den folgenden Tagen waren dann die ganze Frau und der ganze Mann gefragt.
Neben einer relativ gemütlichen Tour auf Schusters Rappen stand zum Beispiel das Wildwasserrafting auf dem Programm. Hierzu nehme man ein Schlauchboot, besetze es mit acht bis zehn, in Neoprenanzügen verpackten Schüler/Innen plus einem fachkundigen Guide und ab geht es auf das wilde Wasser. Einmal in der Strömung, gilt es dann, kräftig und koordiniert am Paddel zu ziehen, damit das Boot auch mit kompletter Besatzung am Zielort ankommt. Ähnlich nass geht es beim Schluchtenwandern oder Canyoning zu. Den Weg gibt hierbei ein kleiner Bach vor, der sich teilweise recht gemütlich, stellenweise aber auch sehr eilig in Richtung Tal "bewegt". Je nach Stelle rutscht man hierbei auf dem Neopren-Hosenboden über Felsrutschen, seilt sich größere Abbrüche hinunter, watet, sich gegenseitig stützend durch das Wasser oder springt kleine Wasserfälle herunter. Das ist nicht nur ein absolut einmaliges Erlebnis - das geht auch an die Nerven, bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger - und wenn jemand ein Problem hat, ist die Gruppe gefragt, der betreffenden Person zu helfen, so gut es eben geht. Ähnliches gilt für den Klettersteig. Gut gesichert, geht es hier in Schwindel erregende Höhen und auch bei dieser Aktion ist die Gruppe nur so stark wie ihr schwächstes Glied. In der Felswand sind keine Einzelgänger gefragt. Man muss auf einander warten, sich helfen, gut zureden und das Ziel ist, gemeinsam als Klasse oben anzukommen. Ganz nebenbei ist die Route ein einmaliges Landschaftserlebnis und mit spektakulären Aussichten gewürzt. Tja, wenn es die Berge nicht gäbe, müsste man sie wohl erfinden und wir kommen wieder - im nächsten Schuljahr, mit neuen Klassen.

